Uberschwemmungen in Peru : Umweltkatastrophe droht

 

 

 

Die zerstörerischen Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutsche in Peru – deren Ursache der außerordentliche Anstieg der Wassertemperatur vor der Pazifikküste Perus (bis zu 29°C bei einem Mittelwert von 24/25°C) im Zuge des Wetterphänomens „El Niño Costero“ ist - sind im Moment Bestandteil jeglicher Nachrichten auf der ganzen Welt. Zehntausende haben ihre Häuser verloren, Millionen haben keine garantierte Trinkwasserversorgung.
Doch es kann noch viel schlimmer kommen.

Das Problem ist die Lagerung toxischen Abfalls der australischen Minen- und Metallgesellschaft Nyrstar an der Anhöhe von Tamboraque, die 93 Kilometer östlich von Lima auf 3008 Metern Höhe liegt. Sie liegt in der Nähe der momentan nicht befahrbaren Zentralautobahn des Landes und vor allem direkt am Flussufer des Rímac, der auch durch Lima fließt und die Haupttrinkwasserquelle der Hauptstadt darstellt. Die akute Gefahr liegt darin, dass die Wassermassen des Rímac den toxischen Müll mit sich reißen und bis nach Lima tragen. Sollte dies passieren, wäre eine weitere Katastrophe unausweichlich, denn dann gäbe es auf unbestimmte Zeit keine Trinkwasserversorgung mehr in Lima, einer Großstadt mit 9 Millionen Einwohnern.

 




In Tamboraque lagert Nyrstar mehr als 1 Million Kubikmeter toxischen Abfall, der hochkonzentrierte Chemikalien und Schwermetalle wie Eisen, Kupfer,  Zyanid und Chrom enthält. Diese Menge kann in einer Flut von 400 Millionen Kubikmetern, einem in Peru nie dagewesen Ausmaß, den Fluss Richtung Lima herunterströmen. Sollten die Regenfälle nicht aufhören, könnte die Menge verseuchten Wassers sogar noch ansteigen. Behörden prognostizierten, dass die Regenfälle bis Mitte April andauern werden.
Der Abfall kann nicht nur durch Regenfälle in den Fluss fallen, sondern jederzeit auch durch Erdrutsche in Folge eines starken Erdbebens.


Fakt ist: Schon jetzt überflutet der Rímac Teile der Küstenstadt Lima. Ein Teil dieser Fluten fließt aufgrund der Küstennähe unweigerlich in den Ozean und wenn Chemikalien und Schwermetalle in den Strom des Rímac gelangen, wird auch der Südpazifik von diesen giftigen Wassermassen kontaminiert, was eine schwere Umweltkatastrophe verursachen würde.

Für diejenigen, die für die Opfer der Überschwemmungen spenden möchten, hat die peruanische Botschaft ihre Bankdaten veröffentlicht.

Deutsche Bank AG
"Botschaft von Peru - Ayuda a Damnificados 2017"
IBAN: DE96 1007 0000 0067 6692 03
BIC (Swift Code): DEUTDEBBXXX

Raban Brauner
studiert Regionalwissenschaften Lateinamerika an der Universität zu Köln